Bezirksregierung
Münster

Newsletter Energiewende September 2026

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Newsletter Energiewende September 2026

 „Watt's up!“. So heißt der Newsletter der Bezirksregierung Münster, der zum ersten Mal im September 2023 erschienen ist. Die Bezirksregierung hat den Newsletter seinerzeit gestartet, weil das Thema Energiewende nicht nur ohnehin in aller Munde ist, sondern auch, weil den Bezirksregierungen bei der Umsetzung des Ziels der Landesregierung, Nordrhein-Westfalen zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas werden zu lassen, eine bedeutende Schlüsselrolle zukommt.

Photovoltaik

  • Vorreiter im Photovoltaik-Ausbau

Die Stadt Münster belegt Platz 4 im Vergleich 82 deutscher Großstädte mit Blick auf dem Zubau von Solar-Anlagen. Nach einer Studie der Deutschen Umwelthilfe ist das Zubau-Soll für die Klimaziele 2040 in Münster bereits mehr als erreicht.

  • Aktuell größte Agri-Photovoltaikanlage in NRW in Wadersloh eingeweiht

Im Süden unseres Regierungsbezirks im Kreis Warendorf betreibt ein Heidelbeer-Landwirt seit Juli mit 40.000 Solarmodulen (Gesamtleistung von 23 Megawatt Peak) auf einer 17 Hektar großen Obstplantageeine zu den bundesweiten Vorreitern zählende Anlage. Die Module schützen die Pflanzen vor Extremwetter und liefern gleichzeitig planbare Zusatzeinnahmen durch den Verkauf des Stroms. Die Anlage entstand mithilfe der Landesförderung im Rahmen des Programms progres.nrw – Klimaschutztechnik. Der Landwirt investierte rund 10 Millionen Euro. Der erzeugte Solarstrom wird außerhalb der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz flexibel am Strommarkt vermarktet und trägt so zur allgemeinen Versorgung mit Erneuerbarer Energie bei. Die Doppelnutzung

von Fläche für Nahrungsmittelproduktion und Stromerzeugung könnte Modellcharakter für weitere Betriebe haben.

Wasserstoff

  • Ende Februar wurde die Raumverträglichkeitsprüfung für die geplante rund 100 Kilometer lange Wasserstoffleitung, die von Emsbüren über die Gemeinde Heek nach Dorsten verlaufen wird, abgeschlossen. Als Teil des im Oktober 2024 von der Bundesnetzagentur genehmigten Kernnetzes soll sie als Abschnitt eines Nord-Süd Korridors Wasserstoff ins Ruhrgebiet transportieren. 
  • Anfang August hat der erste grüne Wasserstoff aus Lingen den Chemiepark in Marl erreicht. Der klimafreundliche Wasserstoff floss über eine rund 120 Kilometer lange Pipeline durch das neue Leitungsnetz. Der Transport ist Teil des integrierten Wasserstoffprojekts GET H2 Nukleus. Es handelt sich um eine der ersten durchgängigen Wasserstoffketten Deutschlands von der Erzeugung in Lingen bis zur industriellen Nutzung im nördlichen Ruhrgebiet.

Förderungen

  • Bürgerenergie

Seit Anfang April ist auch eine Förderung von gemeinschaftlichen Nachbarschaftswärmeprojekten über die NRW.Bank möglich. Die Förderung kann u.a. für die Konzeption neuer Bürgerenergie-Projekte für die Wärmenutzung aus erneuerbaren Wärmequellen genutzt werden.

  • Transferhub Digitalisierung & Circular Economy

Ende April erhielt das Projekt Transferhub Digitalisierung & Circular Economy aus Bottrop europäische Fördermittel in Kombination mit Mitteln des Landes NRW aus dem so genannten EFRE/JTF-Programm NRW. Im Rahmen des Projektes kooperieren die Hochschule Ruhr West und das Prosperkolleg e.V.. Gemeinsames Ziel ist die digitale Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) als Geschäftsfeld für kleine und mittlere Unternehmen und insbesondere das Handwerk im nördlichen Ruhrgebiet zu erschließen. Es gilt, einen kompletten Produktionsprozess ressourcenschonend und nachhaltig aufzusetzen und mit Digitalisierung zu kombinieren.

  • EQUIT – Campus2Company 

Für das Verbundprojekt "EQUIT – Campus2Company" konnten ebenfalls Fördermittel mit europäischen Geldern bewilligt werden. Im Fokus des Projektes steht die Stärkung des Wissenstransfers zwischen Forschungseinrichtungen und KMU in der „EmscherAchse+“ im Bereich „Echtzeitmonitoring, Quantensensorik, Umsetzung Innovativer Technologien“. Beteiligt sind die WiN Emscher-Lippe GmbH, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne mbH, das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, die Hochschule Ruhr West sowie die Westfälische Hochschule. 

  • Regionale Netzdienliche Energieverbünde in Gewerbegebieten (ReNET-EV)

Das Projekt der Wirtschaftsförderungen der Stadt Münster sowie der fünf Kreise des Münsterlandes, der FH Münster und RZIM Energie zielt darauf ab die hohen Energiekosten für Unternehmen zu senken. Es wird mit europäischen Mitteln und Mitteln des Landes NRW gefördert. Im Rahmen des Projektes soll es Unternehmen an 10 münsterländischen Firmenstandorten ermöglicht werden nicht nur ihren Energiebedarf abzustimmen, sondern auch Erzeugungsanlagen, Speichermöglichkeiten und Leitungen gemeinsam zu nutzen.

  • Hydrogen Battery TransformationHub - HyBaT 

Auch für das seit April laufende Projekt, das darauf ausgerichtet ist Batterien und Wasserstoff in unserer Region gemeinsam voranzubringen, konnte Regierungspräsident Andreas Bothe einen Förderbescheid übergeben. Das von der Technologieförderung Münster (TFM) koordinierte Vorhaben stärkt den Wissens- und Technologietransfer entlang der Wertschöpfungsketten von Batterien- und Wasserstofftechnologien in der Emscher-Lippe-Region und dem Münsterland, um KMU beim Einstieg in diese Zukunftsmärkte zu unterstützen. Projektpartner sind die WiN Emscher-Lippe GmbH, die IHK Nord Westfalen, die Universität Münster, die Westfälische Hochschule, die FH Münster und der Münsterland e. V..

  • Allianz zirkuläres Bauen Münsterland (AziBauM)

Im Juli erhielt die Handwerkskammer Münster, der Münsterland e. V., die FH Münster, die Wirtschaftsförderungen aus Münster, dem Kreis Steinfurt, dem Kreis Borken und dem Kreis Warendorf sowie die Kreishandwerkerschaft Coesfeld eine Förderung für ihr Projekt Wissen und Austausch zu kreislaufgerechtem („zirkulärem“) Bauen zu vermitteln und zu initiieren, um insbesondere KMU im Baugewerbe zu sensibilisieren und Möglichkeiten zum kreislaufgerechten Bauen nachhaltig zu verankern.

  • Zirkuläre Bioökonomie Münsterland (ZiBi)

Ganz aktuell konnte dieses Projekt, das die Analyse und das Herausarbeiten von Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe aus unterschiedlichen Sektoren in regionale Wertschöpfungsketten im Münsterland zum Ziel hat, von unserem Haus bewilligt werden. Projektträger sind der Münsterland e. V. und die FH Münster.

  • NRW-DiRecLab

Auch das Projekt „NRW-DiRecLab“ konnte bewilligt werden. In Münster und Aachen soll eine flexible Forschungsinfrastruktur eingerichtet werden, um neue Recyclingverfahren für Elektrodenreste aus der Batteriezellproduktion zu entwickeln und zu testen. Den Aufbau und Betrieb des Recyclinglabors gestalten die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) in Münster und der Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen gemeinsam. Ziel ist es, hochwertige Materialien zurückzugewinnen und direkt in die Zellfertigung einzubringen. So entstehen geschlossene Materialkreisläufe, und die Batteriezellproduktion in NRW wird nachhaltiger und unabhängiger von globalen Lieferketten.

Klimafolgenanpassung

  • Hitzeaktionsplanung 

Ein Studierender der Bezirksregierung Münster, sowie neun weitere Studierende der Hochschule für öffentliche Verwaltung NRW untersuchen im Rahmen eines Projektes des Kreises Coesfeld, wie sich die mittlerweile notwendige Hitzeaktionsplanung in einer Kommune am effizientesten gestalten lässt. Eine wichtige Aufgabe, um den vielfältigen gesundheitlichen Folgen des Klimawandels bestmöglich begegnen zu können.

  • Zukunftsoffensive NRW

Im Juli hat das Land NRW ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, das Klimaschutz, Klimaanpassung und wirtschaftliche Modernisierung miteinander verbindet. Insgesamt werden dafür rund zwei Milliarden Euro bereitgestellt. Geplant sind Investitionen, die das Land widerstandsfähiger machen, den CO₂-Ausstoß senken und gleichzeitig Innovation, Wertschöpfung und Lebensqualität stärken. Schwerpunkt liegt auf der Vorbildwirkung der Landesverwaltung. Hinzu kommen Maßnahmen in den Bereichen Klimaanpassung in den Kommunen sowie für Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger im Bereich Elektromobilität, wie die klimaresiliente Gestaltung von je 1.000 Schulen und Kindertageseinrichtungen oder den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Lkw sowie Ladepunkte an Mehrfamilienhäusern.

  • NRWs erste Moormanagerin im Kreis Borken

Die neue Moorbodenschutzmanagerin soll sich um die Moorgebiete des Kreises kümmern und ein Schutzkonzept aufbauen. Mit 3.500 Hektar verteilt auf 17 Naturschutzgebiete ist der Kreis Borken das moorreichste Gebiet in NRW. Hintergrund ist, dass Moore immer mehr austrocknen. Mit ihnen geht ein Lebensraum für viele Tiere und Pflanzenarten verloren. Aber auch ein weiterer wichtiger Faktor: das Moor ist ein Kohlenstoffspeicher. Trocknet es aus, wird dieses über mindestens Jahrzehnte gespeicherte COwieder freigesetzt.

  • Investitionen bei Borgel Elementbau in Hörstel und der Trendelkamp Technologie GmbH aus Nordwalde

Der im Bereich Bedachungen, Verkleidungen und Metallleichtbau tätigen Firma aus Hörstel sowie dem Nordwalder Betrieb, der unter anderem Maschinen, Systeme und architektonische Konstruktionen fertigt, konnte Regierungspräsident Andreas Bothe im August je einen Förderbescheid übergeben. Maßnahmen zur Anpassung an die Herausforderungen des Klimawandels sollen die Standorte widerstandsfähiger machen. Die Förderung erfolgt über das Programm „Klimaanpassung.Unternehmen.NRW“. Der Schwerpunkt liegt auf naturbasierten Maßnahmen. Besonders der mögliche Vorbildcharakter für andere mittelständische Unternehmen ist hier herauszustellen.

  • Klimaanpassung Stadt Waltrop

Mit gezielten Maßnahmen soll der Bereich Tinkhofstraße/Velsenstraße in Waltrop künftig besser gegen Überflutungen durch Starkregen geschützt werden. Dafür hat die Stadt Waltrop jetzt eine Förderung erhalten. Maßnahmen wie Mulden, Rückhalteflächen, barrierefreie Wasserwege und Leitdämme schützen besonders gefährdete Einrichtungen und angrenzende Wohngebiete künftig besser vor Starkregen. Damit sinkt das Überflutungsrisiko und die Stadt wird widerstandsfähiger gegen extreme Wetterlagen.

Erste CO2-freie Straße in Rheine

Die Technologie stammt von einem Unternehmen aus Dülmen. Dabei wird dem klassischen Bitumen Pflanzenkohle beigemischt, die aus alten Bäumen und Ästen gewonnen wird. Der Klimaeffekt: Das Verfahren bindet CO2 dauerhaft im Asphalt. Dadurch entstehen laut Unternehmen 73 % weniger CO2 als bei einem normalen Straßenbelag. Das Verfahren ist für jede Straße in Deutschland anwendbar und ist im Schnitt nur 4 % teurer als die Standardvariante.

Großbatteriespeicher Waltrop

Mitte Mai konnte dem geplanten Batteriepark Waltrop für den Bau eines Umspannwerkes die bundesimmissionsschutzrechtliche Genehmigung erteilt werden. Dieses bildet die technische Schnittstelle zur Einspeisung des in den geplanten Großbatteriespeichern gespeicherten Stroms in das Übertragungsnetz. Für das Vorhaben ist zwischenzeitlich die positive Investitionsentscheidung gefallen. Ins stocken kam das Projekt durch die Diskussion um die Erhebung rückwirkender Netzentgelte durch die Bundesnetzagentur.

Veranstaltung "Energiewende als Haushaltschance - Mehr Wertschöpfung für Kommunen" 

Im Rahmen der Initiative „Münsterland ist Klimaland“ fand am 12.06.2026 eine Veranstaltung auf Einladung unseres Hauses, des Münsterland e.V. und der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz NRW.Energy4Climate in den Räumen der Bezirksregierung statt. Eingeladen sich dazu zu informieren, wie Kommunen können maßgeblich von Energiewende- und Klimaschutzprojekten profitieren können, waren Leitungen von Kommunal- und Kreisverwaltungen. Neben Fachvorträgen gab es konkrete Praxisbeispiele der Stadt Greven, der Gemeinde Ascheberg  und vom energieland2050 e.V..

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Im Anschluss an das von Regierungspräsident Andreas Bothe im März veranstaltete Bürgermeisterforum kamen Bürgermeister:innen des Regierungsbezirks sowie Vertreter:innen aus den niederländischen Provinzen Overijssel und Gelderland am Rande der TECH.LAND Experience zu einem offenen konstruktiven Austausch zusammen. Inhaltlich wurden verschiedene Themen behandelt, die für die Grenzregion von hoher praktischer Relevanz sind. Dazu gehören die grenzüberschreitende Energieversorgung, die Zusammenarbeit im Bildungsbereich und die Entwicklung von Gewerbeflächen, die Digitalisierung sowie Verteidigung und Zivilschutz.

Gesetzliche Regelungen:

  • 3. Änderung des Landesentwicklungsplans

Nach Auswertung der rund 2.500 Hinweise aus der ersten Beteiligungsphase wurde im März ein verbesserter Entwurf – mit größerem Mehrwert für die Menschen vor Ort und mehr Gestaltungsspielräumen für die Regionen und die Wirtschaft – für die Öffentlichkeit zur Beteiligung freigegeben. Die Landesregierung plant, das Planänderungsverfahren nach Auswertung der Stellungnahmen die bis zum 30.06. abgegeben werden konnten im Laufe des Jahres abzuschließen.

  • Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) 

Ende Juli trat das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) in Kraft. Ziel der Novelle des bisherigen Heizungsgesetzes ist es, die deutsche Wärmeversorgung nachhaltiger zu gestalten und zugleich mehr Wahlfreiheit bei Technologien und Systemen für die Wärmeversorgung zu ermöglichen. Die Vorgabe aus dem zuvor gültigen Gebäudeenergiegesetz, dass in neu eingebauten Heizungen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien eingesetzt werden müssen, besteht nicht mehr. Stattdessen verpflichtet die sogenannte „Biotreppe“ ab 2029 Gebäudeeigentümer:innen bzw. Heizungsbetreiber:innen dazu, beim Einbau neuer Öl- und Gasheizungen schrittweise steigende Mindestanteile grüner Gase oder Bioöle zu nutzen. 

Personal

Im April konnten wir u.a. drei neue Umweltoberinspektoranwärter:innen sowie drei Städtebaureferendar:innen bei der Bezirksregierung Münster begrüßen.

Zum Anhören Podcast „Die Amtsstube“: Energiewende in der Region

Wie wird die Energiewende im Regierungsbezirk Münster konkret umgesetzt? Welche Rolle spielt die Bezirksregierung dabei und woran arbeitet die AG Energiewende?

Diesen Fragen widmet sich die nächste Folge unseres Podcasts „Die Amtsstube“. Andreas Winnemöller spricht mit Diana Bäcker und Dr. Roman Turczynski aus der AG Energiewende über die Arbeit der AG und die vielfältigen Facetten der Energiewende in der Region.

Die Folge erscheint auf Spotify. Also: Stay tuned!